Schlagwort-Archive: Familie

Frohe Weihnachten und einen tollen Start in das neue Jahr

Vorab möchte ich mich entschuldigen, dass ich den Blog in den letzten Monaten stiefmütterlich behandelt habe. Es hatte aber einen bestimmten Grund: Ich habe mich intensiv meinem neuen Buchprojekt gewidmet und kann nun mit Freude verkünden, dass mein neues modernes Märchen im Herbst 2016 erscheinen wird.

Ich wünsche euch eine schöne, friedvolle Weihnachtszeit und ein guten Start in 2016 wünschen!

Als kleines Dankeschön, möchte ich euch die Weihnachtsgeschichte von der kleinen Weihnachtsbäckerei schenken. Ich habe sie euch auch als Download bereit gestellt.

Die kleine Weihnachtsbäckerei

Dicke weiße Schneeflocken tanzten am Himmel als das kleine Mädchen von ihrem Stern herabstieg. Da sie aus einem Mantel von Sternenstaub umhüllt war, glitzerte und funkelte alles um sie herum. Sie hatte eine lange Reise hinter sich. Müde war sie, doch noch standen ihr große Aufgaben bevor. Direkt vor ihr lag tief eingeschneit die alte Bäckerei von Fridolin Friedewitz. Es war still. Noch rührte sich nichts in der Backstube. Seit Jahrhunderten buk die Familie die leckersten Bratäpfel im ganzen Universum. Und zu jedem rot glänzenden, herrlich duftenden Apfel gab es feine verzierte Spekulatius dazu. Nicht umsonst wurde sie Weihnachtsbäckerei gerufen. Doch Schlimmes war in diesem Jahr passiert. Die Ernte war so schlecht gewesen, dass nicht genügend Äpfel zusammengekommen waren, um Bratäpfel in ausreichender Menge herzustellen. Und das bedeutete wiederum, dass die Menschen zu Weihnachten keine Geschenke bekommen würden.

Bild 1 Ankunft Mädchen Weihnachtsbäckerei

Warum das? fragt Ihr Euch jetzt bestimmt. Ich verrate es Euch: Hat der Weihnachtsmann nicht genügend Bratäpfel im Gepäck, dann kann er seine lange Reise zu den Menschen nicht antreten. Die duftend-warmen Leckereien sind nämlich als Proviant für die Rentiere bestimmt, die ihn zur Erde bringen. Dass die treuen Tiere auf dem langen Weg bestens mit den rot- glänzenden Äpfeln versorgt sind, war ihm längst zu einer besonderen Herzensangelegenheit geworden. Doch genauso wichtig war dem Weihnachtsmann, die Menschen glücklich zu machen. Nun war er tieftraurig. Wie konnte er allen Seiten gerecht werden? Den Kindern auf Erden, die sehnsuchtsvoll auf seine Ankunft am Heiligen Abend warteten und seinen treuen Rentieren, die sich das ganze Jahr über auf die leckeren Bratäpfel aus der Weihnachtsbäckerei freuten. Je näher der Termin für den vorgesehenen Aufbruch zur Erde heranrückte, desto größer wurden seine Sorgenfalten.

Das Mädchen war von seinem Stern herabgestiegen, um dem Weihnachtsmann in seiner großen Not beizustehen. Unbedingt wollte es eine Lösung finden, damit die Rentiere zu ihrem Reiseproviant und Groß und Klein auf Erden zu ihren Geschenken kamen. Als das Sternenmädchen die Backstube betrat, roch es dort wunderbar nach Zimt und Zuckerguss. Doch dieser ganz spezielle Duft, den Bratäpfel ausströmen, der fehlte. Bäckermeister Friedewitz saß gebückt, seine Arme verschränkt, in einer Ecke der Stube. Dicke Tränen kullerten an seiner Wange herunter. „Ach, Sternenmädchen, noch nie ist das passiert, dass mir die Äpfel ausgegangen sind. Es ist mir unerklärlich. Und nun kommt es auch noch so weit, dass die Menschen keine Weihnachtsgeschenke bekommen werden.“ Er weinte bitterlich. Das kleine Mädchen ging zu ihm und umarmte ihn fest: „Mache dir keine Sorgen. Ich bin  gekommen, um dir zur helfen“, tröstete sie den kreuzunglücklichen Bäckermeister. „Lass‘ uns gemeinsam überlegen, ob nicht doch eine Möglichkeit besteht, dass der Weihnachtsmann zur Erde gelangt.“ „Wie soll das gehen?“, schluchzte Fridolin Friedewitz. „Die Äpfel, die ich aus der mageren Ernte herstellen konnte, reichen nie und nimmer für alle Rentiere des Weihnachtsmannes aus!“

Tief traurig senkte der Bäckermeister seinen Kopf, um diesen schwermütig hin- und her zu wiegen. Das Sternenmädchen betrachtete ihn betroffen. Plötzlich kam ihr die Erinnerung an ein besonderes Weihnachten vor vielen Jahren. Sie hatte damals von ihrem Vater eine Menge Schokolade bekommen und sich riesig darüber gefreut. Doch als ihr Vater ihr erzählte, dass viele Menschen überhaupt keine Schokolade und auch keine anderen Geschenke zu Weihnachten bekommen, da war sie untröstlich geworden. So traurig, dass die Familie den Entschluss fasste, zukünftig an Weihnachten auf ihre Geschenke und Süßigkeiten zu verzichten, um andere damit glücklich zu machen.

Bild 2 Trauriger Bäcker

 

Das Sternenmädchen überlegte, ob sich die Rentiere womöglich überreden ließen, auf ihre lieb gewordenen Bratäpfel zu verzichten. Schlussendlich ging es doch darum, die Menschen auf Erden glücklich zu machen. Dann kam ihr eine weitere Idee. Aufgeregt wandte sie sich an den Bäcker, der noch immer traurig in seiner Ecke saß. „Ich hab‘ es! Wir formen aus wundervoll duftendem Teig Äpfel, die aussehen wie Bratäpfel, und  glasieren sie anschließend mit glänzendem, rotem Zuckerguss. So sorgen wir dafür, dass ein jedes Rentier vom Weihnachtsmann heuer seinen ganz speziellen Bratapfel bekommt!“ Nach diesen Worten strahlte das Sternenmädchen zufrieden über beide Backen und auch Fridolin Friedewitz klatschte aus lauter Begeisterung laut in seine Hände. „Was für eine tolle Idee! Backäpfel! Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?“, schüttelte er gut gelaunt den Kopf. „Zu zweit lassen sich Probleme eben besser lösen als alleine“, lächelte das Mädchen verschmitzt, das inzwischen wieder in einen Mantel aus Sternenstaub eingehüllt war.

Die Weihnachtsbäckerei, die kurz zuvor noch ganz still dagelegen hatte, erwachte zu neuem Leben. Dass ein alternatives Backrezept gefunden worden war, hatte sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Alle kamen sie herbeigeeilt, um emsig bei der Herstellung der dringend benötigten Backäpfel zu helfen. Gesellen, Lehrlinge, selbst Frau Friedewitz mit ihren Kindern, kneteten und formten voller Elan. Und so entstanden in der alten Bäckerei die schönsten Äpfel, die dort jemals gebacken worden waren. Blech um Blech wurde in die großen Öfen geschoben und heraus kamen glänzend-rote Backäpfel, die so herrlich dufteten, dass ein jeder in der Backstube auf den Geschmack kam und herzhaft in einen Apfel biss.

Das Mädchen hatte inzwischen einen Boten zum Weihnachtsmann gesandt, um ihm eine Kostprobe zu  überbringen. Es dauerte nicht lange, da öffnete sich knirschend die alte Holztür der Bäckerei. „Ho-ho“, brummte es, während sich der Weihnachtsmann suchend in der Stube umschaute. Als er schließlich das Sternenmädchen und Bäckermeister Fridolin Friedewitz unter den zahlreichen fleißigen Helfern entdeckt hatte, meinte er zu ihnen gewandt: „Welch‘ grandiose Idee von euch!“ Und obwohl sein Mund von einem dicken weißen Rauschebart verdeckt war, konnten alle Anwesenden deutlich erkennen, dass er breit lächelte. „Ich habe euren Backapfel verkostet und selten etwas so Leckeres genossen.“ Bei seinen Worten fuhr er sich verschiedentlich mit der Zunge über seine dicken Lippen, um noch einige Krümel vom Backapfel zu erhaschen, die sich offenbar in seinem dichten Barthaar verfangen hatten. Doch so ganz einfach schien das nicht zu sein, worauf seine hektischen Zungenspiele schließen ließen.

Nachdem er die letzten Restchen genussvoll vertilgt hatte, ließ er sich ächzend auf einem kleinen Schemel nieder. „Ich möchte euch wissen lassen, dass auch wir nichts unversucht gelassen haben, um die wichtige Reise zur Erde doch antreten zu können.“ Er wandte sich dem Sternenmädchen und dem Bäckermeister zu und fuhr fort: „Nachdem ich mich mit meinem Gefährten Knecht Ruprecht beratschlagt hatte, dauerte es kaum eine Sternenminute bis er mir von meinen treuen Rentieren die Botschaft überbrachte, dass sie auf ihre Bratäpfel bereitwillig verzichten. Sie können sich nämlich kein schlimmeres Weihnachten denken, als eines, an dem sie in traurige Menschengesichter blicken müssen.“ Er machte eine kurze Verschnaufpause und sagte dann: „Und nun eure wunderbare Idee mit den lecker schmeckenden Backäpfeln.“ Dabei rieb er sich seinen dicken Bauch und schmunzelte zufrieden. „Jetzt steht Erde und Himmel ein besonders glückliches Weihnachtsfest bevor!“ Alle, die sich in der Backstube versammelt hatten, jubelten laut los. Dann mahnte der Weihnachtsmann zur Eile. Der Heilige Abend stand kurz bevor und die Menschen erwarteten ihn. Gezogen von seinen treuen Rentieren flog er auf seinem Schlitten grüßend davon.

Freude in der Weihnachtsbäckerei

Beim Abschied überreichte Bäckermeister Fridolin Friedewitz dem kleinen Sternenmädchen einen großen Jutesack, der prall gefüllt mit köstlich duftenden Backäpfeln war. Das Mädchen verstaute die Leckereien auf ihrem leuchtenden Stern, um sich ebenfalls auf den weiten Weg zu den Menschen zu machen. Doch anders als der Weihnachtsmann reiste sie nicht per Schlitten, sondern sie glitt in einem glitzernden Sternenschweif zur Erde herab. Ihr Ziel war ein Waisenhaus mit Kindern, die zu Weihnachten keine Geschenke bekamen. Kurz vor ihrer Ankunft ließ sie noch einen Stern, der besonders hell leuchtete, auf einen kleinen Stall herabfallen, den sie in der Dunkelheit ausgemacht hatte. Im Weiterflug konnte sie schemenhaft einen Mann erkennen, der sein Neugeborenes liebevoll aus den Armen seiner Frau empfing. Überglücklich lachte das Sternenmädchen laut auf. Und um ihrer riesigen Freude Ausdruck zu geben, warf sie kleine funkelnde Sternchen in den Abendhimmel, die in dicken blinkenden Buchstaben drei Worte bildeten: Fröhliche Weihnachten zusammen.

Text Copyright Jando, Koros Nord GmbH, Illustrationen Antjeca 

 

 

 

https://lenaschreibtangott.files.wordpress.com/2015/12/die-kleine-weihnachtsbckerei-mit-illustrationen-druck.pdf

Advertisements

3 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein, Neuigkeiten